100 Besucher beim Weltgebetstag in der Markuskirche
Rund 100 Besucherinnen kamen am Freitag, 6. März 2026, zum ökumenisch vorbereiteten Weltgebetstag in die Markuskirche. Unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last!“ stand der diesjährige Gottesdienst, dessen Liturgie von Frauen aus dem westafrikanischen Staat Nigeriagestaltet wurde.
Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich Frauen beim Weltgebetstag dafür, dass Mädchen und Frauen weltweit in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Aus diesem Engagement ist im Laufe der Jahrzehnte die größte Basisbewegung christlicher Frauen weltweit entstanden – getragen von Solidarität, Glauben und Hoffnung.
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Leben von Frauen in Nigeria. Obwohl das Land über große Bodenschätze wie Öl, Gas und Gold verfügt und wirtschaftlich als aufstrebend gilt, leben viele Menschen weiterhin in großer Armut. Zudem prägen Gewalt, Kriminalität, Korruption und Überfälle vielerorts den Alltag. Auch die Brutalität der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram ist international bekannt. Für viele Frauen und Mädchen ist das Leben daher schwierig – doch ihr Glaube gibt ihnen Kraft und Hoffnung. Davon berichteten eindrucksvolle Geschichten und Texte im Gottesdienst.
Ein zwölfköpfiges Team von Frauen der evangelischen Markusgemeinde sowie der katholischen Frauengemeinschaften Herz Jesu Königshof und St. Clemens hatte sich sechs Wochen lang intensiv auf die Feier vorbereitet und sich mit Land, Kultur und Lebenssituation der Menschen in Nigeria beschäftigt.
Passend zum Herkunftsland der Liturgie war die Markuskirche in den Landesfarben Grün und Weiß geschmückt. Weiße Tischdecken und liebevolle Details sorgten für eine besondere Atmosphäre.
Es wurde zu Anfang der nigerianische Kurzfilm „Tolu“ gezeigt. Er erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das in einer Fischergemeinde lebt und mit traditionellen Geschlechterrollen konfrontiert ist. Während ihr Vater davon überzeugt ist, dass nur Jungen zum Fischen geeignet seien, möchte Tolu beweisen, dass auch Mädchen diese Arbeit leisten können. Entgegen den Erwartungen ihrer Familie fährt sie allein aufs Meer hinaus. Dort begegnet sie einem älteren Mann, der sie unterstützt und ihr Selbstvertrauen stärkt. Am Ende kehrt Tolu erfolgreich zurück und verändert die Sichtweise des Vaters.
Danach begann der abwechslungsreiche Gottesdienst. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Schola Herz Jesu Königshof unter der Leitung von Susanne Wallrathsowie dem Instrumentalkreis unter der Leitung von Elisabeth Herting.
Die Besucherinnen hörten Stimmen von Frauen aus Nigeria, ließen sich von ihrer Stärke und ihrem Glauben inspirieren und brachten am Ende des Gottesdienstes symbolisch ihre eigenen Lasten vor Gott: Jede legte einen Stein am Altar ab.
Gemeinsam nahmen sich die Teilnehmenden Zeit für Gebet, Begegnung und gegenseitige Ermutigung. Beim anschließenden landestypischen Cocktail und einem kleinen Imbiss wurden noch viele Gespräche geführt. Dankbar und gut gelaunt machten sich die Besucherinnen schließlich auf den Heimweg.
Der Weltgebetstag bleibt damit auch in diesem Jahr eine Einladung zu Solidarität, Gebet und Hoffnung.
Beate Nuyen
Ev. Kirchengemeinde Krefeld-Süd






